Erfahrungen eines Reisejournalisten beim Chinesischlernen

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Ein Kalligraf in Yangzhou © Stephan Burianek

Wenn mein lieber Freund Stefan mich bittet, einen Gastbeitrag über meine Erfahrungen über das Chinesischlernen zu schreiben, dann komme ich diesem Wunsch natürlich gerne nach. Dabei kann ich eigentlich nur über den Beginn schreiben, denn an eben jenem stehe ich gerade. Obwohl: Ich kann mir gut vorstellen, dass man dieses Gefühl – am Beginn zu stehen – im Fall der chinesischen Sprache ewig in sich trägt, selbst nach mehreren Jahren des Studiums. Aber das ist jetzt eine Mutmaßung.

Was soll ich sagen? Stefan hat mich mit seiner Sinophilie angesteckt. Auslöser war eine einmonatige Reise in das Reich der Mitte. Bereits nach zwei Tagen kamen mir einige Zeichen vertraut vor, so häufig waren sie mir in der kurzen Zeit ins Auge gesprungen. Meine Neugierde war geweckt. „Was bedeutet dieses Zeichen da?“ war meine an manchen Tagen dutzendfach gestellte Frage. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang noch an „mein“ erstes Mal: Es bestand aus einem kleinen Quadrat, das in der Hälfte von einem vertikalen Strich durchzogen war. Es erschien mir simpel und anmutig zugleich, einfach hübsch anzusehen. Es handelte sich um das Zeichen für „Mitte“ (中), und als ich diese Bedeutung erfuhr, war ich fasziniert von der diesem Zeichen offensichtlich innewohnenden Logik. Eine Entdeckung, die sich fortsetzte. Ab der ersten Reisewoche sah mich die Pupille im „Auge“ (目) von überall aus an – sie lugte von Werbeplakaten, auf Hinweisschildern und selbst auf den Hygienevorschriften auf den Toiletten. Bald erfuhr ich von einer Liste relativ weniger Radikale, aus denen sich praktisch alle Schriftzeichen zusammensetzen. Ich sah eine Sonne durch eine Türe und wusste bald, dass ich ein Hilfszeichen für „Innenraum“ (间) entdeckt hatte. Ich erkannte den Gipfel im Zeichen für „Berg“ (山) und fand, dass der Querschnitt eines Stahlträgers recht gut zum Zeichen „Arbeit“ (工) passte. Freilich sahen die kaiserlichen Hofbeamten die industrielle Revolution noch nicht kommen, als sie ihre Zeichen entwickelten, aber das hemmte meine neue Leidenschaft nicht. Wenn man die „Arbeit“ mittig durchstreicht, dann erhält man das Zeichen für „König“ (王). Ist doch logisch, oder haben Sie schon einmal gesehen, dass ein König Schwerarbeit verrichtet hätte? Und dass der König sich dieses Zeichen mit der Bedeutung für den Jade-Edelstein teilt, erschien mir ebenfalls schlüssig.

Diese Aufzählung könnte ich noch lange fortsetzen, denn seit der Rückkehr aus China zählt die Beschäftigung mit der chinesischen Sprache zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Ich schließe nicht aus, zu einem späteren Zeitpunkt einmal einen Chinesisch-Kurs zu besuchen, aber bislang macht mir das selbständige Entdecken einen riesigen Spaß. In dieser Hinsicht ist das Internet ein Segen, ermöglichen darin doch zahlreiche Webseiten das Aha-Erlebnis.

Wenn ich im Internet auf chinesische Schriftzeichen stoße, analysiere ich sie gerne im „Language Center“ von www.yellowbridge.com, meinem derzeit wichtigsten Online-Lehrmeister. Es ist faszinierend, mehrsilbige Wörter auf die Bedeutung der einzelnen Silben herunter zu brechen. Simples Beispiel: Tofu, auf Han-Chinesisch Dou Fu, setzt sich aus den Wörtern für „Bohne“ und „Käse“ zusammen, bedeutet also wörtlich „Bohnenkäse“. Aus dem Kaviar werden dann „Fischkinder“, die Yamswurzel ist „Bergmedizin“, und die Bezeichnung für Mais als „Jadereis“ lässt vermutlich auf die hohe Wertigkeit eines einst exotischen Gemüses schließen.

Bei der Betrachtung meiner auf der Chinareise entstandenen Fotos machen mich mitunter Schriftzeichen neugierig. Um deren Bedeutung zu erfahren, male ich sie im Schriftzeichen-Creator von www.nciku.com nach. Ich versuche dabei stets, die richtige Strichfolge einzuhalten. Dabei hilft mir ein Buch, das erstmals in den 1980er-Jahren erschienen ist und seither mehrmals nachgedruckt wurde: „The Most Common Chinese Radicals“ von Zhang Pengpeng (张朋朋), Sinolingua. Es behandelt jene 144 Radikale, aus denen sich praktisch alle chinesischen Schriftzeichen zusammensetzen. Bei einigen wird die Entwicklung von deren Urform bis heute dargestellt. Das hilft mitunter, im Radikal für „Frau“ eine Teig knetende Person zu erkennen oder den Fisch im diesbezüglichen Radikal zu sehen.

Um die Aussprache mit all den Feinheiten in den vier Tönen zu trainieren, habe ich mir einen vom Radiosender SWR2 produzierten Podcast heruntergeladen, der vor einigen Jahren im Vorfeld der Olympischen Spiele in Bejing ausgestrahlt wurde und noch immer online ist:

http://www.swr.de/swr2/programm/extra/china/chinesischkurs/-/id=2557086/nid=2557086/did=2760096/1vaa1mx/index.html

Die insgesamt 70 Folgen sind pädagogisch gut aufgebaut und ermöglichen nach mehrmaligem Anhören zumindest den Smalltalk mit chinesischen Taxifahrern. Um diesen Podcast möglichst effizient zu konsumieren, musste ich mich im Vorfeld allerdings etwas herumspielen. Die einzelnen Folgen sind nämlich recht kurz dimensioniert, wodurch die Signation bereits nach kurzer Zeit zu nerven beginnt. Zudem musste ich auf meinem iPod nach jeder Folge stets zur nächsten weiterklicken – was ärgerlich ist, wenn man ihn, so wie ich, vorrangig beim Spazierengehen benutzt. Ich fand einen Weg, den Podcast in der itunes-Software als Album einzuspielen und die ersten 20 Sekunden in den jeweiligen Folgen zu löschen. Seither werde ich mit jedem Straßenschritt klüger.

Und natürlich habe ich auch alle Videobeiträge auf http://www.fitfuerchina.org/category/videolektionen/ gesehen. Ich finde, Yutong macht das ziemlich gut. Wann erscheinen endlich die nächsten Folgen, lieber Stefan?

Anmerkung der Redaktion: Ähem, das könnte noch ein wenig dauern, sobald ich und Yutong Zeit haben werden wir’s probieren 😉

Anmerkung II: Wenn ihr interessante Erfahrungen beim Chinesischlernen gemacht habt und auf fitfuerchina darüber berichten möchtet, schreibt mir einfach ein Mail an tauchhammer”ät”gmail.com.

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Stephan Burianek arbeitet als freier Journalist in den Bereichen Reise, Kultur & Lifestyle und ist Mitbegründer des Jin Sha Blogs.

Das Ballettstück „Der letzte Kaiser“ in Salzburg

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Wer hat noch nicht von dem Film gehört, der damals 9 Oscars bekommen hat? Basierend auf der wahren Geschichte des letzten Kaisers von China, Pǔ Yí (溥仪), hat das Liaoning Ballett gemeinsam mit dem Stuttgarter Ballett 2002 die Premiere von Der letzte Kaiser aufgeführt.

Die Geschichte des letzten Kaisers von China ist bewegend: Mit nur drei Jahren wurde er zum Kaiser ernannt, später wurde er aus der Verbotenen Stadt vertrieben und von den Japanern als „Marionettenkaiser“ eingesetzt. Doch auch nur dieser Traum sollte kurz halten, als die Japaner seine Garde ermorden und seine Frau ihn verlässt. Als Kriegsgefangener wurde er unter Mao schließlich begnadigt und bekam einen Job als Gärtner im botanischen Garten von Beijing.

Dieses Wochenende waren zwei Aufführungen in Wien, am 10.10. hat man im Salzburger Festspielhaus noch Gelegenheit, sich dieses Ballettstück anzusehen. Jeder, der sich für Kunst und chinesische Geschichte interessiert sollte sich einen Besuch überlegen.

Gewinnt Karten für ein Konzert „voll Harmonie“ vom Guqin-Meister Jin Wei im Wiener Musikverein

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Copyright: Atlaspromotion

Jin Wei ist in China als Maler, Kalligraph und Musiker sehr gefeiert und ist Meister eines außergewöhnlichen Instruments, der „Guqin“ (古琴 gǔqín, übersetzt als „klassische Griffbrettzither“). Diese Zither ist insofern speziell, als dass sie das einzige Musikinstrument ist, die ihre Wurzeln ausschließlich in China selbst hat. Sie war auch das Instrument der Gelehrten, Maler, Dichter und Philosophen, darunter auch Konfuzius. Die zarten Töne sollen ein Gefühl der Harmonie, das universell verstanden wird, vermitteln. Wohl auch deswegen ist sie seit 2003 als UNESCO-Kulturerbe anerkannt. Ich finde es ideal, um mehr über die Wurzeln des traditionellen Chinas zu erfahren, dies ist im heutigen China nicht mehr so einfach.

Der Künstler Jin Wei hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, dieses Instrument mit seinen mehr als 3000 Jahren Tradition lebendig zu halten. 2005 veröffentlichte er sein erstes Album „Mountain Sound Collection“, dem viel beachtete Konzerte rund um den Globus folgten. Dank der Initiative der Austrian Guqin Association gibt er nun auch ein Konzert im Musikverein Wien, am selben Tag, an dem auch das traditionelle Mittherbstfest nach chinesischem Kalender gefeiert wird.

Datum: Sonntag, 30. September 2012, 11 Uhr

Ort: Musikverein Wien, Großer Saal, Musikvereinsplatz 1, 1010 Wien

Tickets: 01-505 81 90, tickets@musikverein.at, www.musikverein.at

Auf diesem Video, aufgenommen in Sydney, bekommt man einen kleinen Vorgeschmack auf die Musik:

Damit meine fitfuerchina-Leser auch in den Genuss dieses Konzerts kommen können verlose ich insgesamt fünf mal je 2 Karten. Wenn ihr teilnehmen wollt müsst ihr bitte folgendes tun: bitte diesen Artikel HIER mit „gefällt mir“ markieren, sowie AUCH auf der facebook-Seite www.facebook.com/fitfuerchina.chinesisch.lernen das Posting zum Gewinnspiel liken. Jeder der liked, ist teilnahmeberechtigt, aber bitte seid so fair und nehmt nur daran teil, wenn ihr auch persönlich in Wien vorbeischauen könnt! Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Letzter Tag der Teilnahme: 20. September 2012, 23.59. Viel Glück!

Chinasmack – Chinesisch lernen auf Boulevardniveau

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Heute möchte ich über meine neueste „Entdeckung“ im Internet berichten – „Chinasmack„. Hier werden besonders beliebte chinesische Onlinenews-Artikel auf Englisch übersetzt. Hier könnt ihr zum Beispiel lesen, dass das sexy Video einer Koreanerin viral wird, von einer Piranhaattacke in Guangxi oder dass in Shenzhen und Guangzhou unter Unterführungen „Betonsporen“ angebracht werden damit Obdachlose dort nicht mehr schlafen können.

Warum finde ich, dass sich diese Webseite sehr gut für alle Chinesischlernenden eignet?

  • Viele Artikel haben Bild- (oder Kronen-)-Zeitungsniveau, und sind dementsprechend einfach gestrickt. Es gibt allerdings auch anspruchsvolle Texte!
  • Es wird jeder Absatz auf Englisch übersetzt. Wenn man mit der Maus darüberfährt, sieht man die chinesischen Originaltexte. Genial.
  • Die Kommentare der Leser werden auch übersetzt, dadurch kann man das Umgangschinesisch lernen. Wenn es euch Spaß macht, könnt ihr im Originalmedium eigene Kommentare hinterlassen und in Kontakt mit Chinesen treten.
  • Man bekommt einen Überblick über die chinesische Onlinemedienlandschaft, vielleicht findet man das eine oder andere Medium das einen anspricht (meiner Meinung nach nicht so leicht in China).
  • Zuguterletzt sieht man, was so in China los ist.

Später, wenn man schon ein ziemlich gutes Niveau erreicht hat, kann man dann natürlich noch zu den Originalwebseiten wechseln. Wenn man einzelne Schriftzeichen nicht entziffern kann, kann man sich mit „perapera Chinese (wurde in meinem Artikel gestreift)„, einem Plugin für Firefox helfen. Hier werden einzelne Zeichen per Mouseover auf Deutsch übersetzt.  Viel Spaß mit Chinasmack!

Mit 306 km/h von Guangzhou nach Wuhan

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Trotz Fliegenschiss ein imposantes Gefährt

Im Rahmen meiner 5-wöchigen Reise durch China, die mich zunächst von Hongkong nach Guangzhou, dann nach Wuhan, Nanjíng und weitere Städte in der Provinz Jiangsu führte habe ich es mir nicht nehmen lassen, einen Hochgeschwindigkeitszug zu testen.

China verfügt bereits über das modernste und längste Hochgeschwindigkeitszugnetz der Welt. Es werden derzeit die Strecken Guangzhou-Wuhan, Nanjing, Beijing, Shanghai etc. auf mehr als 12.000 km abgedeckt. In unglaublichem Tempo werden die Strecken verlegt, die einem Respekt vor chinesischer (und vermutlich auch ausländischer Joint-Venture) Ingenieurskunst haben lassen. Sie wurden einerseits mit dem Ziel gebaut, um die Metropolen des Landes schneller zu verbinden und andererseits um das relativ unterentwickelte Landesinnere stärker am rasanten Wirtschafswachstum Chinas teilhaben zu lassen.

Beim Lokalaugenschein zeigt sich, dass es sogar in der „Holzklasse“, also der zweiten Klasse recht bequem ist, eigentlich merkt man kaum einen Unterschied zum normalen Zugfahren. Die Temperatur ist angenehm kühl, es ist sehr sauber und das Personal auch freundlich. Nervig war nur das Gedränge am Anfang, kurz bevor man den Zug betreten hat. Ein freundlicher Mitarbeiter hat sogar mit Mikrofon durchgesagt, dass man „keine Eile haben soll“ (bú yào zháojí 不要着急)。Wozu auch drängeln, wenn man ohnehin einen zugewiesenen Sitzplatz hat?

Der Zug ist selbst bei höchsten Geschwindigkeiten extrem leise, sogar bei 300 km/h merkt man gar nicht, wie schnell man eigentlich unterwegs ist. Vermutlich auch deswegen haben die Zugbauer wohl auch eine Anzeige eingebaut, die einem gerade zeigt, wie schnell man fährt.

Erstaunlich finde ich, dass die Züge mit mehr oder weniger schlechter Lärmdämmung mit bis zu 300 km/h durch von Menschen bewohnte Dörfer rasen. Dies wäre in Europa wohl kaum möglich und ist bestimmt nicht besonders angenehm für die Anrainer. Unabhängig davon ist es einfach ein geniales Gefühl, unglaublich weite Strecken in so kurzer Zeit zurückzulegen, und das Ganze sogar noch verglichen mit einem Flugticket relativ klimafreundlich und vergleichsweise günstig – das Ticket hat 465 Yuan gekostet, umgerechnet etwas mehr als 50 €. Von Guangzhou nach Wuhan sind es immerhin 968 km, wir haben ca. 4 Stunden gebraucht. Bis zum Unfall mit einem Hochgeschwindigkeitszug in Wenzhou, im August 2011 gab es sogar noch schnellere Züge, die Geschwindigkeit wurde aber nun auf ca. 300 km/h gedrosselt.

Wenn ihr in China seid und möglichst schnell längere Distanzen überwinden wollt, oder einfach an moderner Technik interessiert seid empfehle ich euch dringend, diese Züge auszuprobieren – es ist ein echtes Erlebnis!

Vokabeln/Sätze zum Chinesischlernen dekodiert nach Birkenbihl:

Hochgeschwindigkeitszug: gāotiě 高铁 („hohes Eisen“)

Zugstation: Achtung: meistens haben die Hochgeschwindigkeitszüge eigene (meistens neuere) Bahnhöfe, im Gegensatz zum normalen Wort huǒchēzhàn 火车站 („Feuerwagenstation“ heißen diese, wenn ich mich recht erinnere gāotiězhản 高铁站。Also unbedingt aufpassen, wenn ihr ein Taxi nehmt!

Ich möchte gerne ein Zugticket kaufen: Wǒ xiaňg mǎi yì zhāng chēpiảo 我想买一张车票 („Ich wollen kaufen ein Zähleinheitswort für Tickets Zugticket“)

Fotostrecke:

Chinesisch lernen am Konfuzius-Institut in Wien – ein begeisterter Erfahrungsbericht

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Chinesisch lernen am Konfuzius-Institut in Wien

Im Klassenraum (ich der zweite von links) mit Lehrerin Meng Ling

Viele, die schon einmal einen Chinesischkurs belegt haben, haben vermutlich diese oder so ähnliche Erfahrungen gemacht:

– Frontaldidaktik

– Langweilige, meiner Meinung nach pädagogisch nicht wertvolle Bücher

Als ich in China Chinesisch gelernt habe, habe ich mir anfangs einen täglichen 4-Stunden Einzelunterricht (genannt 1-1 private tutoring) geleistet. Das war in Chengdu durchaus finanzierbar und war natürlich durch nichts zu schlagen, da die Lehrerin extrem gut auf meine Lernbedürfnisse eingegangen ist. Schwieriger wurde es, als ich dann einen „Massenkurs“ in Shanghai belegt habe, mein Lernerfolg ist dann gegen null gegangen, hauptsächlich auf Grund von oben genannten Gründen, aber auch weil ich viel zu viel Englisch mit den Kollegen gesprochen habe. Zurück in Wien konnte ich leider keinen 1-1 Tutor finden, bzw. wenn ja ist es leider ziemlich teuer. Zwei Kurse an einem Wiener Chinesischinstitut konnten mich auch nicht begeistern. Ich war ehrlichgesagt schon kurz davor, aufzugeben, und nur noch Sprachaustausch mit Chinesen zu machen (was ohnehin sehr empfehlenswert ist).

Aber ich wollte es noch einmal versuchen, und ich muss sagen, der Versuch hat sich ausgezahlt. Es gibt ein „Konfuzius-Institut“ im Alten AKH Wien das bei mir gleich in der Nähe ist, komisch, dass mir in 3 Jahren das nie aufgefallen ist. Es ist teilweise in den gleichen Räumen wie die Sinologie-Universität, man kann also schon ein bisschen „Sinologenluft“ schnuppern. Zunächst habe ich einen B1-Kurs belegt (also für leicht Fortgeschrittene). Dort war der Unterricht in Englisch, genauso wie das, wirklich geniale Lehrbuch „Great Wall Chinese“. Das ist das lustigste Lehrbuch, das ich jemals erlebt habe – bei einer Lektion gibt es einen Dialog, wo eine Schülerin auf geschickte Art versucht, ihren Lehrer aufzureißen. Absurd, aber lustig, so lernt man gerne. Sämtliche Lektionen wurden von Videos, in denen die Dialoge des Buchs nachgespielt wurden, begleitet. Dies hat den Vorteil, dass man den Text auch hören kann. Der Lehrer Lukas hat sich ordentlich ins Zeug gehaut und seine Arbeit wirklich toll gemacht.

Da mein Chinesischniveau aber doch zu hoch war, habe ich den C1-Kurs, der angeboten wurde, getestet. Hier war die Unterrichtssprache nur noch Chinesisch, was den Lerneffekt natürlich enorm erhöht, aber bei den niedrigeren Niveaus vermutlich noch nicht so leicht funktioniert. Die Lehrerin Meng Ling zählt zu den besten, die ich jemals erlebt habe – sie führt interessante Dialoge mit den Schülern, lässt uns oft zu Wort kommen und ist überaus sympathisch. Das Lehrbuch „BoYa Chinese“ ist gänzlich auf Chinesisch außer bei den neuen Vokabeln, wodurch man ziemlich gefordert ist, vorzulernen. Ich bin mir zum ersten Mal in meinem Leben wie ein Streber vorgekommen, der am Vortag ca. 1-2 Stunden lernt. Sonst kann es nämlich unangenehm werden, wenn man aus dem Buch vorlesen muss und viele Zeichen nicht kann. Aber es hat mich enorm herausgefordert und ich habe mich tatsächlich immer sehr auf den Kurs gefreut (ein echter Streber halt 😉 . Die „tongxuemen“ (Klassenkollegen) waren auch cool. Einziger Kritikpunkt: Das Lehrbuch hat zwar sehr gute Übungsbeispiele, aber die Lehrtexte häufig nicht so gut, bisweilen auch komplett absurd – in einer Geschichte bastelt jemand aus einer Schallplatte einen Affen. Naja… Ein kurzes Wort noch zu den Lehrern – sie werden direkt aus China eingeflogen und bleiben ca. 1 Jahr. Ich glaube, dass das eine große Chance für sie ist, Erfahrungen zu sammeln, vermutlich sind sie deswegen sehr motiviert.

Alles in allem gebe ich dem Konfuzius-Institut in Wien meine persönliche Bestnote 1+, und da meine erprobten Lehrer auch Anfängerkurse abhalten sieht es für Chinesisch NeueinsteigerInnen auch gut aus! Habt ihr ein Konfuzius-Institut in Deutschland getestet und wie ist euer Urteil? Oder kennt ihr andere gute Chinesisch-Institute in Wien? Kommentare bitte hier posten….

Achja, hier der Link, falls sich jemand für Kurse interessiert: www.konfuzius-institut.at/de/chinesische-sprache/kurse/

Frohes Neues Jahr! 我祝大家新年快乐!Habt Ihr Euch schon Lernziele für 2012 gesetzt?

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Es war mal wieder ratzfatz vorbei – das Jahr 2011. Dies gibt uns die Gelegenheit, inne zu halten und zu überlegen, ob man Ziele, die man sich gesetzt hat, auch erreicht hat. Gerade, wenn man Chinesisch lernt, ist es meiner Meinung nach immens wichtig, einen klaren Zeitplan zu haben, welche (Lern)ziele man hat, und wieviel Zeit man dafür gewillt ist, aufzuwenden. Leider muss ich zugeben, dass ich letztes Jahr auch nicht so viel gemacht habe, wie vorgenommen. More »

Chinesisch mit chinesischem Fernsehen lernen

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Es ist allseits bekannt, dass (zu viel) Fernsehen verblödet. Dennoch möchte ich hier ein Gerät vorstellen, auf das ich durch Zufall nach einem köstlichen chinesischen Essen im Restaurant „Happy Buddha“ in Wien gestoßen bin: Es ist ein Receiver, mit dem man via Internet bis zu 70 (!) chinesische Fernsehsender an einem heimischen TV-Gerät anschauen kann. Ich habe bis jetzt nur einen TV-Sender in Wien via UPC sehen können, CCTV4. Hier hat man schon viel mehr Auswahl… Das Gerät ist aber leider nicht ganz billig: Das kleinste Paket mit mehr als 40 Sendern kostet € 12,99 €, das zweitgrößte 19,99€ und das größte mit 70 Sendern 22.99€/Monat. Leider hat die Firma auf meine Anfrage für ein Testgerät nicht reagiert, deswegen kann ich (noch) keinen Erfahrungsbericht schreiben. Ich bin überzeugt, dass dieses Teil in keinem Sinologenhaushalt fehlen sollte, denn wie lernt man leichter passiv Chinesisch als durchs Fernsehen?

Einen Link zur Firma findet ihr unter www.kylintv.com, dort könnt ihr auch die verschiedenen Fernsehsender begutachten wie z.B. Hunan TV (soll sehr gut sein), Sichuan TV-Station (um den Sichuan-Dialekt zu lernen) und viele weitere.

Hat hier jemand Erfahrung mit kylintv? Wenn ja, freut sich die fitfuerchina-Leserschaft bestimmt über Kommentare, wie brauchbar das Gerät im Praxistest ist…

Chinesische Aussprache mit Yutong lernen (Die vier Töne + neutraler Ton) Videolektionen 1-7 komplett

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In dieser Sammlung aller Videolektionen könnt Ihr die Basics der chinesischen Sprache kennenlernen und üben. Ihr lernt,  wie man die vier Töne + den neutralen Ton ausspricht. Ein idealer kleiner Einstiegskurs für Anfänger und all jene, die die Töne üben möchten. So es die Zeit erlaubt, werde ich in Zukunft mit Yutong ein paar weitere Lektionen produzieren. Ich habe ein paar Fehler bei der Nummerierung gemacht, aber die untenstehende Reihenfolge ist richtig. So, und jetzt viel Spaß beim Chinesisch-Lernen!


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Chinesisch im Restaurant sprechen und üben, Teil II

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In meinem letzten Posting habe ich thematisiert, wie schwierig es teilweise für Chinesischlerner ist, ihre erworbenen Kenntnisse in Europa zu üben. Deswegen der Vorschlag, in chinesischen Restaurants ein bisschen Smalltalk zu üben. Hier nun wie versprochen ein paar wichtige Sätze bzw. Vokabeln, um im Chinarestaurant einen Smalltalk zu initiieren – jetzt gibt es wirklich keine Ausreden mehr, sein Chinesisch nicht im Restaurant zu üben. Falls ihr weitere Vorschläge habt, nehme ich sie gerne auf: More »